Kennt ihr Schifra und Pua? Sicher nicht die bekanntesten Namen der Bibel. Aber zwei echte Heldinnen. Engagiert für das Leben. Ihnen wird eigentlich kein Spielraum gelassen – aber sie finden einen Weg. Sie wählen eine Notlüge. Sie werden kreativ. So wollen sie ganz viel Leben retten. – Die Geschichte spielt im Ersten Testament und ist der Auftakt der Mose-Geschichten. Das Volk Israel lebt als Minderheit in Ägypten. Ein neuer Herrscher hat Angst vor Überfremdung und sieht das Aufblühen der hebräischen Minderheit, auch die Gebärfreudigkeit ihrer Frauen, mit Unbehagen.

Als ihr Mann so plötzlich verstarb, von einem auf den nächsten Moment – und dazu noch viel zu früh! – da war sie einige Tage wie erstarrt in ihrer Traurigkeit. Freunde rieten ihr: Lass dich krank schreiben, nimm dir Zeit für dich, so lange du brauchst! Aber am nächsten Montag fuhr sie wieder an ihre Arbeitsstätte. Sie war Erzieherin in einem Kindergarten. Und sie sagte später immer: „Das hat mir das Leben gerettet. Die Kinder kamen auf mich zu. Sie trösteten mich. Andere wussten gar nichts von meinem Schmerz und waren so wie immer. Sie brauchten mich. Ich musste sie zum Lachen bringen wie auch sonst. Das half mir in dieser schweren Zeit nicht durchzudrehen.“ Sie wurde gebraucht.

Heute auf den Tag vor 230 Jahren starb John Wesley. 1703 im nordenglischen Epworth geboren, als 15. von 19 Kindern, wächst er auf und entkommt mit 5 Jahren gerade noch rechtzeitig aus dem brennenden Elternhaus. Später besucht er das Christchurch-College in Oxford und gründet mit 22 Jahren mit anderen Studenten einen Kreis zum gemeinsamen Bibellesen. Bald wird dieser Kreis von anderen als „Heiliger Club“ oder „Methodisten“ verspottet. Wesley wird Priester der anglikanischen Kirche. Auf einer Schifffahrt gerät er in Seenot. Mitreisende Herrnhuter Christen stimmen Glaubenslieder an – von ihrer Gefasstheit und Glaubensstärke zeigt sich Wesley zutiefst beeindruckt.

Jesus antwortete: „Ich sage euch: Wenn diese schweigen werden, so werden die Steine schreien.“ (Lukas 19,40).

Jesus zieht mit seinen Freunden in Jerusalem ein. Auf einem Esel. Jeder Fromme verstand die Anspielung auf die Weissagung beim Profeten Sacharja: „Dein König kommt, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel.“ (Sacharja 9,9). Menschen laufen herbei, sie legen Kleidung auf den Weg wie einen roten Teppich, um Jesus in ihrer Stadt zu begrüßen. Und die Jünger laufen nebenher und rufen: „Gelobt sei, der da kommt, der König, im Namen des Herrn. Im Himmel Friede und Herrlichkeit in der Höhe!“

Diese Woche musste ich nach langer Zeit mal wieder an ihn denken. Seinen Namen weiß ich leider nicht mehr. Er war Assistent am Seminar für Altes Testament an der Universität in Mainz und hatte die Aufgabe uns Studienanfängerinnen und -anfängern in die althebräische Sprache einzuführen. Er tat es mit großer Hingabe. Eine Unterrichtsstunde ist mir noch besonders in Erinnerung. Er kam in den Hörsaal und kündigte an: Heute übersetzen wir ein Liebeslied. Er konnte wunderbar die Augen rollen und hatte einen ganz besonderen Akzent, der das Zuhören zum noch größeren Vergnügen machte. Und er begann uns einzuführen in die Welt des Alten Orients und die Symbolik des Weinberges: Kein größeres Kompliment könne man einer Dame machen als das, sie mit einem Weinberg zu vergleichen, der viele köstliche Trauben trägt!

Wir sind längst in der zweiten Woche der Passionszeit angekommen. Die diesjährige Aktion: „Sieben Tage ohne Denkblockaden. Spielräume nutzen“ hat diese zweite Woche (von Mittwoch zu Mittwoch) unter die Losung gestellt: Von der Rolle. Und verweist auf einen Bibeltext im Alten Testament: Jeremia 1,4-8. Der Profet Jeremia erzählt dort von seiner Berufung zum Profeten. Gott spricht zu ihm: „Ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleibe bereitete.“ Und Gott erklärt Jeremia, er habe ihn von Anfang an zum Profeten für die Völker bestimmt. Jeremia erwidert, er sei noch zu jung. Aber Gott sagt: „Sage nicht: „Ich bin zu jung!, sondern du sollst gehen, wohin ich dich sende, und predigen alles, was ich dir gebiete. Fürchte dich nicht vor ihnen; denn ich bin mit dir und will dich erretten,“, spricht der Herr. – Wow, das ist ein starker Text.