Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder (Psalm 98,1).

Ja, manchmal muss man neue Lieder anstimmen, neue Wege gehen, neue Ziele sich suchen, neue Herausforderungen annehmen. Nicht immer kann alles bleiben, wie es ist. Gott steht für Beständigkeit, ist und bleibt derselbe, die selbe, auf sein Wort ist Verlass. Aber er wirkt auch immer wieder Neues in unserer Mitte, zeigt sich jeden Tag neu in seiner Liebe zu uns, offenbart uns immer wieder neue Seiten seiner Treue. Darum können Lieder gleich bleiben und dürfen doch auch neu werden, weil es mit Gott im Leben immer Neues zu entdecken gibt. – Ich melde mich zurück. Heute ist der erste Tag meiner langsamen beruflichen Wiedereingliederung. Ich musste und muss viel neu lernen nach so einem Herzinfarkt. Hab tolle Menschen kennengelernt in der Klinik und in der Reha. Habe vertraute Menschen an meiner Seite ganz neu wertschätzen gelernt: wie gut, euch haben zu dürfen! Habe Tipps bekommen, Gesprächsangebote, liebe Gesten, Briefe, Wünsche: habt alle Dank dafür. Habe Menschen in unseren Gemeinden, die einfach eingesprungen sind, als ich nicht konnte, und es lief bestens! Ich bin unendlich dankbar noch hier auf der Erde unter euch weilen zu dürfen.

Bin gerade neu am Durchbuchstabieren, was es heißt: Jeder Tag ist ein Geschenk! Das ist er ja wirklich! Bin dabei neue Lieder zu lernen, um im Bild dieses Psalmes zu sprechen: meiner Lebensmelodie neue Töne beizumischen, Dinge ändern, und das ist gar nicht immer so leicht. Was bekommt man alles nun mit gutem Grund nahegelegt: Ernährung verändern, sich mehr Ruhezeiten gönnen, Sport nicht vergessen, mehr Sensibilität für die Signale des eigenen Körpers entwickeln, langsamer machen, bewusster leben, nicht bei allem Tun einen Perfektionszwang ausleben, gelassener bleiben, geduldig sein. Manche dieser Begriffe habe ich schon gepredigt, aber wohl selber nicht gut genug zugehört. – Wisst ihr was: dieses Frühjahr ist gerade besonders schön! Jede Begegnung tut gerade besonders gut. Alles erscheint auf einmal unter einem ganz neuen Blickwinkel! Und wie kostbar ist es, wenn wir uns in jeder Notzeit, wenn Dinge ins Wanken geraten, doch auf Gott verlassen dürfen: dass er da ist, dass es mit ihm einen Weg gibt, dass er sich etwas für uns einfallen lässt: Du kannst nie tiefer fallen als in seine gnädig unter dir ausgespannten Hände! Ich freue mich riesig morgen auf meine ersten Gottesdienste nach längerer Zeit morgen, in Neugalmsbüll um 9.30 Uhr, auch digital, mit Jorge und Birgit, die alte und neue Lieder anstimmen werden für uns, und mit Anne, die die Kirche bereitet, und Sigrid, die streamt. In Klanxbüll um 10.30 Uhr mit Ines und Liedern, die sie für uns mitbringt und Tanja, die die Kirche bereitet. Habt heute einen wunderschönen ersten Mai! Und wenn schon nicht in der Kirche, dann singt für euch, daheim in der Badewanne oder unterwegs beim Spazierengehen, neue oder alte Lieder, was euch gerade auf dem Herzen liegt. Und hört auf neue Klänge, die Gott eurem Leben beimischen will, neue Spuren, die er legt, neue Entdeckungen, die auf euch warten! Bleibt behütet!

Euer Pastor Gerald

181074995_305380101099703_11581881980921133_n.jpg